Früher, als es noch Zünfte gab, trugen die Drucker einen Degen. Der „Schweizer Degen“ war Auszeichnung und Erkennungszeichen zugleich. Wir sind heute bei der Druckerei Eisenhardt und der Inhaber Robert Eisenhardt steht mir, zum Glück, unbewaffnet gegenüber. Unser Gespräch beginnt mit der Historie des Handwerks und manch Ritualen, die sich bis ins heutige Zeitalter gerettet haben. Das „Gautschen“ zum Beispiel. Da wird der Lehrling, heute Azubi, nach bestandener Prüfung in ein Fass getaucht oder auf einen nassen Schwamm gesetzt. Ein heiden Spaß, versichert mit der Drucker grinsend, und heutzutage erwischt das auch mal eine frischgebackene Büroangestellte. Ich denke gerade an meine Wimperntusche und bin im nachhinein erleichtert ob meiner Berufswahl.
Aber nun zur Druckerei. Vater Eisenhardt hat das Unternehmen gegründet und Sohn Eisenhardt wurde gewissermaßen frühzeitig mit Druckerschwärze infiziert. Er führt uns durch seine Räumlichkeiten hier in der Windeckstraße im Hinterhof. Im Untergeschoss des dreistöckigen Gebäudes steht eine computergesteuerte Druckmaschine. Broschüren, Geschäftsberichte und anderes für Banken, Versicherungen, Agenturen werden hier gedruckt und im Stockwerk darüber geheftet oder gebunden.

Aber wir sind heute hier, um über veredelten Arbeiten zu recherchieren. Die feinen Werke sozusagen. Blindprägung, Farbprägung, Reliefdruck, Heißfolie, Wasserzeichen, Farbschnitt und allen voran „Letterpress“. Gedruckt auf schönsten Papieren. Das sind Verfahren für Kunden die etwas besonderes fühlen und sehen wollen. Geschäftsführer, Designer, Texter, Filmemacher und Liebhaber. Oder für Leute die was Besonderes vorhaben. Heiraten, 80 Jahre alt werden, Kinder bekommen – diese Dinge.

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Diese Veredlungsverfahren interessieren uns ganz besonders und Herr Eisenhardt gewährt mir freundlich Einblick. Neben der neuesten Drucktechnik stehen im Erdgeschoß noch zwei „Heidelbergerinnen“. Zwei betagte Druckmaschinendamen aus den 70igern. Diese Maschinen können wohl mehr und lassen noch viele manuelle Feinjustierungen zu, so daß der Tüftler widerspenstigen oder einfach anspruchsvollen Papieren eine Prägung oder anderes aufdrücken kann. Was da alles schief gehen kann! Es reißt, ruckelt oder prägt zu schwach. Sowas. Schade um das handgeschöpfte Japanpapier der Marke „Teurer-gehts-nimmer“!

Auf den älteren Druckmaschinen wird auch im „Letterpress“ – Verfahren gefertigt. Dieser Trend, sage ich mal, braucht zwei Komponenten. Ein „Klischee“ – das ist so eine Art Stempel aus Messing – und ein stark volumiges Papier mit hohem Baumwollanteil. Das Ergebnis sind feinste Visiten- und Einladungskarten mit geprägten Ornamenten, Illustrationen und Buchstaben. Für ganz Verwegene mit Metalliceffekt und „Farbschnitt“. Beim „Farbschnitt“ sind dann die äußeren Kanten – also da wo das Papier geschnitten wird – zusätzlich eingefärbt. Mein Favorit!

Robert Eisenhardt kann auch privat nicht von seiner Passion lassen und sammelt alte Druckstöcke aus Holz, alte Lettern aus Metall und Holz, verrät er uns. Schon das hübsche blaue Treppenhaus stellt dekorativ ein paar dieser Sammlerstücke an den Wänden zur Schau.

Wer sich für diese Dinge interessiert, ist herzlich willkommen. Robert Eisenhardt und seine freundlichen Mitarbeiter nehmen sich Zeit und beraten Sie gerne. Einfach anrufen und Termin vereinbaren.

KONTAKTDATEN
Druckerei Eisenhardt GmbH
Windeckstraße 21
60314 Frankfurt am Main
Telefon 069 / 448 888
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